Die Mehrwertsteuer
Lernziele
- check_circle Die Mehrwertsteuer, ihre drei Sätze und die Erhöhung erklären
Aufwand
Die Steuer im Kassenzettel
Die Mehrwertsteuer (MWST) ist eine Steuer auf den Konsum. Du zahlst sie bei fast jedem Einkauf, auch wenn sie nicht extra ausgewiesen ist. Sie steckt schon im Preis. Das Geld geht an den Bund.
Es gibt drei Sätze:
- : 8,1 % für die meisten Waren und Dienstleistungen, zum Beispiel Kleider, Elektronik oder einen Kaffee vor Ort.
- Reduzierter Satz: 2,6 % für Lebensmittel, Medikamente und Zeitungen.
- Beherbergung: 3,8 % für Hotelübernachtungen.
Mieten und Krankenkassenprämien sind von der Steuer befreit.
Die Unternehmen liefern die Steuer ab, bezahlen muss sie am Ende aber die Person, die kauft.
Wer zahlt wirklich?
Dass niemand die Steuer doppelt zahlt, regelt der .
Beispiel mit erfundenen Zahlen und einem runden Satz von 10 % (der echte Normalsatz ist 8,1 %): Eine Fabrik verkauft ein Fahrrad für 100 Fr. plus 10 Fr. MWST an einen Händler, der es für 200 Fr. plus 20 Fr. MWST weiterverkauft. Der Händler liefert 20 − 10 = 10 Fr. ab, die Fabrik ebenfalls 10 Fr. Zusammen erhält der Staat 20 Fr., genau 10 % vom Endpreis. Bezahlt hat sie die Konsumentin: Fabrik und Händler geben die Steuer nur weiter. Darum heisst die MWST Verbrauchssteuer.
Sortierbrett — Welcher Satz gilt?
Du kennst jetzt die drei Sätze. Welcher gilt für welchen Einkauf? Leg jede Karte ins passende Feld. Nur der erste Versuch zählt.
8 Karten übrig
Ein Pullover
Schau nochmals in die Liste oben: Kleider gehören zu den meisten Waren.
Ein neues Handy
Elektronik steht in der Liste oben beim Normalsatz.
Ein Besuch beim Coiffeur
Der Normalsatz gilt auch für Dienstleistungen, nicht nur für Waren.
Ein Kaffee im Café, vor Ort getrunken
Lies die Liste oben nochmals: Beim Normalsatz steht ein Kaffee vor Ort.
Zwei Nächte im Hotel
Für Übernachtungen gibt es einen eigenen Satz. Lies oben die dritte Zeile.
Ein Brot beim Bäcker
Lebensmittel zahlen weniger Steuer. Schau oben beim reduzierten Satz.
Medikamente in der Apotheke
Medikamente stehen oben beim reduzierten Satz.
Ein Sandwich zum Mitnehmen
Fast eine Falle: Der Kaffee vor Ort zahlt den Normalsatz. Ein Sandwich zum Mitnehmen gilt als Lebensmittel.
Kleider, Elektronik, Coiffeur und ein Kaffee vor Ort gehören hierhin. Bei einem Ja steigt dieser Satz auf 8,5 %.
Für die Übernachtung im Hotel gilt ein eigener Sondersatz. Bei einem Ja steigt er auf 4,0 %.
Lebensmittel, Medikamente und Zeitungen. Achtung: Das Sandwich zum Mitnehmen ist ein Lebensmittel (2,6 %), der Kaffee vor Ort nicht (8,1 %). Bei einem Ja bleibt der reduzierte Satz bei 2,6 %.
Eine Steuer für viele Zwecke
Immer wenn der Bund Geld braucht, kommt die Mehrwertsteuer ins Spiel, etwa für die AHV, die Bahn oder die Armee. Sie bringt viel ein, weil alle sie zahlen. Gemessen am Einkommen trifft sie aber Menschen mit wenig Geld stärker, sagen Fachleute. Andere rechnen anders.
Aufgabe Wähle ein Medium: Die Fragen unten prüfen, wer die Steuer trägt und wen sie stärker belastet.
Wie willst du dich über die Mehrwertsteuer informieren?
Dein Medienmix: Video noch offen Audio noch offen Text noch offen
⚠ Archiv Januar 2026: Pläne und Zahlen von damals sind überholt.
Zwei Ausschnitte: erst, wie die Steuer funktioniert, dann, warum sie als «regressiv» kritisiert wird. Die Gegenrechnung steht unten im Abschnitt «Was heisst regressiv?».
Kassenzettel und Sätze
mic SRF Trend, 18.10.2024 · Ausschnitt 1:21 – 3:38 (2:17)
Beantworte die Fragen im Audio und hör bis zum Schluss – dann ist der Ausschnitt erledigt.
Archiv, Oktober 2024: Die damals geplante Erhöhung ist überholt. Die Sätze und die Erklärung am Kassenzettel gelten weiter. Bei einem Ja stiege der Normalsatz ab frühestens 2028 auf 8,5 %.
Mit Animation: Fahrplan und Folien erscheinen beim Abspielen.
Warum galt für das Sandwich der tiefere Satz?
Fahrplan als Text lesen
- Ein Einkauf in der Bäckerei (ab 0:00)
Hörauftrag: Schau auf die zwei Posten des Kassenzettels. Was fällt dir auf?
- Ein Kaffee und ein Sandwich aus der Bäckerei. Auf dem Zettel steht die Steuer.
- Kaffee: Steuersatz 8,1 %
- Sandwich: Steuersatz 2,6 %
- Zwei Sätze, ein Einkauf (ab 0:33)
Hörauftrag: Wovon hängt es ab, welcher Satz gilt?
- Das Sandwich war vermutlich teurer. Trotzdem fiel weniger Steuer an.
- Vor Ort getrunken: Der normale Satz gilt.
- Zum Mitnehmen: Es gilt derselbe Satz wie im Supermarkt.
- Wer überweist das Geld? (ab 0:59)
Hörauftrag: Wer schickt die Steuer dem Bund, und wer trägt sie am Ende?
- Wer konsumiert, bezahlt → Das Unternehmen zahlt dem Bund → Die Kosten stecken im Preis
Begriffe: Abwälzen: Kosten an jemand anderen weitergeben. Hier: Das Unternehmen verrechnet die Steuer im Preis.
- Welche Sätze gibt es? (ab 1:33)
Hörauftrag: Für welche Güter gilt welcher Satz? Und was ist ganz ohne Steuer?
- Normalsatz: für die meisten Waren und Dienste, heute 8,1 %
- Reduzierter Satz: für wichtige Güter wie Lebensmittel und Medikamente, 2,6 %
- Hotellerie: ein eigener Satz für Übernachtungen, heute 3,8 %
- Keine Steuer: zum Beispiel Mieten, Krankenkassenprämien, Versicherungen
Begriffe: Reduzierter Satz: Ein tieferer Satz für Güter des täglichen Bedarfs, zum Beispiel Lebensmittel und Medikamente.
Wer spürt die Steuer am meisten?
mic SRF Trend, 18.10.2024 · Ausschnitt 5:59 – 7:08 (1:09)
Archiv, Oktober 2024: Die damals geplante Erhöhung ist überholt. Dieser Ausschnitt zeigt die Kritik an der Steuer. Die Gegenrechnung folgt später im Beitrag und steht im Text des Moduls.
Mit Animation: Fahrplan und Folien erscheinen beim Abspielen.
Fahrplan als Text lesen
- Streit über die Steuer (ab 0:00)
Hörauftrag: Wer kritisiert die Mehrwertsteuer, und was stört die Person?
- Die Linke findet die Mehrwertsteuer generell unsozial.
- Daniel Lampart (Chefökonom Gewerkschaftsbund): Der Plan belaste tiefe und mittlere Einkommen stärker.
- Daniel Lampart (Chefökonom Gewerkschaftsbund): Firmen und Topverdienende würden am wenigsten belastet. Das sei nicht sozial.
- Stimmt das? (ab 0:25)
Hörauftrag: Wie erklärt der Moderationskollege, wen die Steuer wie trifft? Achte auf das Beispiel.
- Die Mehrwertsteuer ist eine indirekte Steuer.
- Wie hoch Lohn oder Vermögen der Käuferin sind, zählt nicht.
- Alleinerziehende Mutter: Sie kauft einen Kaffee oder Teigwaren.
- Milliardär: Er zahlt dafür gleich viel Steuer.
Begriffe: Indirekte Steuer: Eine Steuer, die beim Kauf anfällt. Wie viel du verdienst, spielt keine Rolle. Die Bundessteuer dagegen richtet sich nach dem Einkommen.
- Das Fazit (ab 0:58)
Hörauftrag: Was sagt der Beitrag zu ärmeren und reicheren Menschen bei gleichem Konsum?
- Bei gleichem Konsum brauchen ärmere Menschen einen grösseren Teil ihres Einkommens für die Steuer.
Begriffe: Regressiv: Eine Steuer wirkt regressiv, wenn tiefere Einkommen einen grösseren Anteil ihres Einkommens bezahlen als höhere.
Die Mehrwertsteuer in Kürze
Die Mehrwertsteuer ist eine Steuer auf dem Konsum. Firmen rechnen sie ab, aber die Kundin trägt sie: Sie ist im Kaufpreis eingebaut.
In der Schweiz gibt es drei Sätze: 8,1 % (Normalsatz), 2,6 % (Lebensmittel, Medikamente, Zeitungen) und 3,8 % (Hotelübernachtungen).
Der Bund greift gern zur Mehrwertsteuer, wenn er Geld braucht: für die AHV, die Bahn oder die Armee. Die Steuer ist beliebt, weil alle sie bezahlen und sie darum viel einbringt.
Die Kehrseite: Wer wenig verdient, gibt fast alles aus und zahlt darum einen grösseren Teil des Einkommens als Steuer. Fachleute nennen das regressiv (mehr dazu unten).
Quellen: Eigener Text auf Basis von SRF Tagesschau, 29.01.2026 und Radio SRF Trend, 18.10.2024.
Was heisst «regressiv»?
Sicht 1: Einkommen Die Mehrwertsteuer trifft tiefe Einkommen im Verhältnis stärker, das nennt man . Ein Beispiel mit erfundenen Zahlen: Eine Familie mit wenig Einkommen gibt fast alles aus, was sie verdient. Ein Topverdiener gibt nur einen Teil aus und spart den Rest. Auf das Gesparte fällt beim Kauf keine Steuer an. Gemessen am Einkommen zahlt die Familie darum einen grösseren Anteil als der Topverdiener.
Sicht 2: Ausgaben Es gibt aber eine zweite Sichtweise: Sie schaut auf die Ausgaben. Wer wenig verdient, gibt viel für Miete und Prämien aus, und diese sind befreit. Darum kommen Fachleute je nach Rechnung zu verschiedenen Ergebnissen. Ob die MWST «sozial» ist, ist eine Streitfrage. Du triffst sie in den Pfaden wieder.
Auflösung: Was kosten 1000 Franken mehr?
Der Normalsatz steigt von 8,1 % auf 8,5 %, frühestens ab 2028: eine Erhöhung um 0,4 . Du kaufst für 1000 Franken Kleider oder Elektronik.
Aufgabe Wie viel mehr zahlst du? Schätze zuerst, dann deck die Karten auf.
Schätze den Aufschlag
Du kaufst für 1000 Franken Kleider. Der Normalsatz steigt von 8,1 % auf 8,5 %. Wie viele Franken kostet der Einkauf danach mehr?
Es sind rund 3.70 Franken. Die Steuer steckt schon im Preis von 1000 Fr. Die Rechnung siehst du gleich in den Karten.
Was alle geschätzt haben
Lade die Schätzungen …
Zählt alle Teilnehmenden dieser Einheit, nicht nur deine Klasse.
In den 1000 Fr. steckt die Steuer schon drin. Ohne MWST kostet die Ware 1000 ÷ 1,081 = 925.07 Fr. Mit dem neuen Satz kostet sie 925.07 × 1,085 = 1003.70 Fr.
Du zahlst also rund 3.70 Fr. mehr.
40 Fr.: Hier wurden 0,4 Prozentpunkte mit 4 % verwechselt. Der Satz steigt von 8,1 auf 8,5 %, nicht um 4 % der ganzen Summe.
85 Fr.: Hier wurde der ganze neue Satz gerechnet (8,5 % von 1000 Fr.). Mehr zahlst du aber nur für den Unterschied zum heutigen Satz.
Verständnisfragen — die Mehrwertsteuer
Frage 1 von ?Wer trägt die Mehrwertsteuer am Ende?
Welcher Satz gilt heute für Lebensmittel?
Was heisst es, dass die Mehrwertsteuer regressiv wirkt?
Der Normalsatz steigt von 8,1 auf 8,5 %. Wie gross ist die Erhöhung?
Bei einem Ja an der Urne würde der Satz für Lebensmittel steigen.
Die Mehrwertsteuer belastet tiefe Einkommen im Verhältnis zum Einkommen stärker.
Umfrage
Merkst du die Mehrwertsteuer beim Einkaufen?
edit_notePersönliche Notizen
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Notizen zu diesem Modul (freiwillig): Stichworte, offene Fragen, Ideen. Du findest sie später unter Ergebnisse als Teil des PDF-Exports.
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