Vertiefung: Allzweckwaffe und Nein
Lernziele
- check_circle Die Armee-Mehrwertsteuer von dieser Abstimmung trennen und beschreiben, was bei einem Nein gilt
Aufwand
Allzweckwaffe Mehrwertsteuer?
Immer wenn der Bund Geld braucht, kommt die ins Spiel. Der Tagesschau-Beitrag erklärt, warum: Sie ist breit gestreut, gegen sie lässt sich schwer eine Lobby organisieren, und sie belastet das Wirtschaftswachstum wenig. Der Nachteil: Sie belastet ärmere Haushalte stärker. Fachleute nennen das .
Wichtig: Eine Erhöhung für die Armee wurde diskutiert, ist aber ein separates Geschäft. Sie ist nicht Teil dieser Abstimmung. In dieser Abstimmung geht es nur um die AHV.
⚠ Archiv Januar 2026: Pläne und Zahlen von damals sind überholt.
Quellen: SRF Tagesschau, 29.01.2026 «Mehrwertsteuer als Allzweckwaffe»
Wen trifft das Steuersystem?
Ein Forschungsteam der ETH rechnet alle Steuern und Abgaben zusammen. Die Studie ist noch nicht veröffentlicht und die Methode ist umstritten. Der Beitrag handelt nicht direkt von der Vorlage. Er zeigt aber, wie stark das Ergebnis von der Rechenart abhängt.
Die Studie: Wer zahlt wie viel?
mic SRF Echo der Zeit, 15.09.2026 · Ausschnitt 0:00 – 0:35 (0:35)
Mit Animation: Fahrplan und Folien erscheinen beim Abspielen.
Fahrplan als Text lesen
- Was die Verfassung will (ab 0:00)
Hörauftrag: Wie soll das Steuersystem laut Bundesverfassung aufgebaut sein?
- Wer mehr verdient, soll mehr Steuern bezahlen.
- Das Steuersystem soll progressiv sein. So steht es in der Bundesverfassung.
Begriffe: Progressiv: Wer mehr verdient, zahlt nicht nur mehr Franken, sondern auch einen grösseren Anteil seines Einkommens.
- Eine neue Studie (ab 0:12)
Hörauftrag: Welche Abgaben rechnet die Studie mit ein? Was kommt bei den Reichsten heraus?
- Eine Studie der ETH Zürich, noch nicht veröffentlicht.
- Alle Steuern und Abgaben zusammen → dazu Mehrwertsteuer und Prämien → Laut Studie zahlen die Reichsten anteilig weniger
- Die Studie ist noch nicht von unabhängigen Fachleuten geprüft (peer-reviewed).
Begriffe: Anteilsmässig: Als Anteil gerechnet, nicht in Franken.
Mehrwertsteuer und Prämien: Wen belasten sie stärker?
mic SRF Echo der Zeit, 15.09.2026 · Ausschnitt 3:17 – 4:02 (0:45)
Mit Animation: Fahrplan und Folien erscheinen beim Abspielen.
Fahrplan als Text lesen
- Eine zweite Stimme (ab 0:00)
Hörauftrag: Wie reagiert der Soziologe auf das Resultat der Studie?
- Der Soziologe ist vom Resultat nicht überrascht.
- Wer ist er?: Professor an der Uni Bern. An der Studie war er nicht beteiligt.
- Was heisst «progressiv»? (ab 0:10)
Hörauftrag: Welche Steuern meint man meistens, wenn von progressiven Steuern die Rede ist?
- Meist sind die Einkommens- und Vermögenssteuern gemeint.
Begriffe: Progressiv: Wer mehr verdient, zahlt nicht nur mehr Franken, sondern auch einen grösseren Anteil seines Einkommens.
- Mehrwertsteuer und Prämien (ab 0:20)
Hörauftrag: Hängen Mehrwertsteuer und Prämien vom Einkommen ab? Achte auf die Folge für tiefe Einkommen.
- Mehrwertsteuer und Krankenkassenprämien → nicht einkommensabhängig, für alle etwa gleich → Tiefe Einkommen werden stärker belastet
- Hier ist keine Progression vorgesehen.
- Dasselbe gilt für die Gewinnsteuern der Unternehmen.
Begriffe: Einkommensabhängig: Der Betrag richtet sich nach dem Einkommen: Wer mehr verdient, zahlt mehr.
Was passiert bei einem Nein?
Die Übersicht von swissinfo (6. Oktober 2026) hält hier fest:
- Bei einem Nein wird die 13. Rente im Dezember trotzdem ausbezahlt. Offen bliebe nur die Finanzierung.
- Ohne Erhöhung wächst das Defizit der AHV bis 2035 von über 1 auf fast 5 Milliarden Franken. Das Defizit von über 1 Milliarde gibt es ab 2026 im . Die Erhöhung bringt rund 1,4 Milliarden pro Jahr, das Defizit läge dann bei rund 3,6 Milliarden.
- Bundesrätin Baume-Schneider sagte am 19. Juni: Ein Nein hiesse nicht automatisch ein höheres Rentenalter.
- Die Gegner (FDP, SVP, Arbeitgeber, Gewerbe) wollen zuerst sparen und die AHV reformieren. Auch eine Minderheit der Linken, der Gewerkschaftsverband VPOD, lehnt die Vorlage ab und fordert Lohnprozente.
Aufgabe Lies die ganze Übersicht hier nach: swissinfo, 6. Oktober 2026.
Quellen: swissinfo, 06.10.2026 «Die Schweiz entscheidet über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer» · SRF Tagesschau, 19.06.2026 (Interview Baume-Schneider) · SRF Tagesschau, 28.09.2026 (Nein-Lager) · 20 Minuten, 27.10.2026 (VPOD)
Sortierbrett — Stimmt oder Mythos?
Was passiert bei einem Nein? Lies die Punkte oben. Dann: Stimmt der Satz oder ist er ein Mythos? Nur der erste Versuch zählt.
4 Karten übrig
Bei einem Nein fällt die 13. Rente weg.
Lies den ersten Punkt oben nochmals: Was passiert im Dezember?
Die 13. Rente wird auch bei einem Nein im Dezember ausbezahlt.
Der erste Punkt oben sagt es: Offen bliebe nur die Finanzierung.
Ein Nein heisst automatisch ein höheres Rentenalter.
Bundesrätin Baume-Schneider hat am 19. Juni etwas dazu gesagt. Lies den dritten Punkt.
Ohne Erhöhung wächst das Defizit der AHV bis 2035 auf fast 5 Milliarden Franken.
Schau im zweiten Punkt nach den Zahlen.
Die 13. Rente wird im Dezember auch bei einem Nein ausbezahlt. Ohne Erhöhung wächst das Defizit bis 2035 auf fast 5 Milliarden Franken.
Bei einem Nein fällt die 13. Rente nicht weg, offen bliebe nur die Finanzierung. Ein Nein heisst laut Baume-Schneider nicht automatisch ein höheres Rentenalter.
Verständnisfragen: Allzweckwaffe und Nein
Frage 1 von ?Warum kommt die Mehrwertsteuer laut Tagesschau so oft ins Spiel, wenn der Bund Geld braucht?
Eine Mehrwertsteuererhöhung für die Armee ist Teil dieser Abstimmung.
Bei einem Nein würde die 13. Rente im Dezember nicht ausbezahlt.
Wen belasten Mehrwertsteuer und Krankenkassenprämien laut Echo der Zeit stärker?
Allzweckwaffe oder richtiges Werkzeug?
Die Mehrwertsteuer ist einfach zu erheben und wirkt breit, belastet aber tiefe Einkommen stärker. Was spricht dafür, sie auch für die AHV zu nutzen, was dagegen? Nenne je ein Argument. (2–4 Sätze)
Schreibe keine Namen oder persönlichen Angaben in dieses Feld.